1Unterdessen waren viele tausend Menschen zusammengekommen, so daß sie sich einander drückten. Da fing Er an, zu seinen Jüngern zu sprechen:Insbesondere, setzt das Griechische zu.Hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer, nämlich vor der Heuchelei. 2Es ist nicht Verborgenes, das nicht offenbar werden; und nichts Heimliches, das nicht kund werden sollete. 3Deßwegen, was ihr bei Nachtzeit redet, das wird man am hellen Tage hören, und was ihr in Kammern euch einander in's Ohr saget, das wird von den Dächern kund gemachet werden. 4Aber euch, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib tödten, und euch danach weiter nichts thun können. 5Ich will euch aber zeigen, wen ihr zu fürchten habt: Fürchtet euch vor dem, der, wenn er getödtet hat, Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, ich sage euch, diesen fürchtet! 6Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Pfennige? Dennoch ist nicht ein Einziger von ihnen vor Gott vergessen. 7Ja sogar die Haare auf eurem Haupte sind alle gezählt! Fürchtet euch also nicht, ihr seyd viel mehr werth, als viele Sperlinge. 8Das sage ich euch: Wer mich vor den Menschen bekennen wird, den wird auch der Sohn des Menschen vor den Engeln Gottes bekennen. 9Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden. 10Wer wider den Sohn des Menschen redet, dem wird es vergeben werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden. 11Wenn sie euch nun in Synagogen, oder vor Obrigkeiten und machthabende Personen hinführen; so seyd unbekümmert, wie ihr euch verantworten, oder was ihr sagen sollet; 12denn der heilige Geist wird euch alsdann schon lehren, was ihr reden sollet. 13Einer aus dem Volke sprach zu ihm: Lehrer! sage meinem Bruder, daß er die Erbschaft mit mir theile. 14Er aber sprach zu ihm: Mensch! wer hat mich zum Richter oder Erbtheiler über euch angestellt? 15Und sagte ihnen: Sehet zu, und hütet euch vor jeder Habsucht! Denn das Leben besteht nicht im Ueberflusse dessen, was Jemand besitzt. 16Er sagte zu ihnen noch dieses Gleichniß und sprach: Es war ein reicher Mann, dem sein Feld viele Früchte trug. 17Er überlegte bei sich und sagte: Wie soll ich es machen, da ich nicht Platz genug habe, wo ich meine Früchte hinbringe? 18Er sagte: Dieß will ich thun, meine Scheunen will ich niederreißen und größer bauen, da will ich dann alle meine Früchte und mein Gut zusammenbringen; 19und zu meiner Seele sagen: Nun, liebe Seele! hast du großen Vorrath auf viele Jahre: ruhe nun; iß und trink, und laß dir wohl seyn! 20Gott aber sprach zu ihm: Du Thor! diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; für wen wird es dann seyn, was du gesammelt hast? 21So gehet es, wenn man bloß für sich Schätze sammelt, aber nicht reich ist bei Gott! 22Darum sage ich euch, sprach er zu seinen Jüngern: Seyd nicht ängstlich bekümmert um euer Leben, was ihr essen, noch um euern Leib, was ihr anziehen wollet. 23Das Leben hat ja mehr Werth, als die Nahrung; und der Körper mehr Werth, als die Kleidung. 24Blickt hin auf die Raben; sie säen nicht und ernten nicht; sie haben weder Vorrathskammern noch Scheunen; doch nährt sie Gott. Wie viel größern Werth als jeneals die Vögel, im Griechischen. habt ihr? 25Wer von euch vermag auch mit seinen Sorgen seiner LeibesgrößeLebenslänge, nach dem Griechischen. eine Elle zuzusetzen? 26Wenn ihr nun nicht einmal das Geringste könnet, warum wollet ihr wegen des Uebrigen so ängstlich bekümmert seyn? 27Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht und spinnen nicht; und doch sage ich euch, Salomon war in aller seiner Pracht nicht so gekleidet, wie Eine von diesen! 28Kleidet nun Gott so das Gras auf dem Felde, das heute da ist, und morgen in den Ofen geworfen wird; wieviel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen! 29Ihr sollet also nicht fragen, was ihr essen, oder was ihr trinken werdet; und sorglich euch nicht versteigen. 30Alle solche Sorgen machen sich die Völker der Welt; aber euer Vater weiß, daß ihr dessen bedürfet. 31Strebet vielmehr nach dem Reiche Gottes, und nach dessen Gerechtigkeit;und nach dessen Gerechtigkeit, wird im Griechischen vermißt. und jenes Alles wird euch als Zugabe werden. 32Sey ohne Furcht, du kleine Heerde! denn es ist eures Vaters Wille, euch das Reich zu geben. 33Verkaufet euer Habe, und gebt Almosen! Machet euch Beutel, die nicht veralten; einen Schatz, der im Himmel kein Ende nimmt, wo kein Dieb sich ihm nahet und keine Motte daran naget. 34Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. 35Eure Lenden seyen umgürtet, und brennende Lichter seyen in euren Händen;und eure Lichter angezündet, nach dem Griechischen. 36seyd den Knechten ähnlich, die auf ihren Herrn warten, wann er von dem Hochzeitsmahle zurückkommt, damit sie ihm, wann er kommt und anklopft, sogleich aufschließen. 37Selig solche Knechte, die der Herr, wann er kommt, wachend antrifft! Wahrlich! ich sage euch, er wird sich aufschürzen, sie zu Tische sitzen lassen, von Einem zum Andern gehen und sie bedienen. 38Er komme nun zur zweiten oder er komme zur dritten Nachtwache, fände er sie so; selig solche Knechte! 39Merket es euch wohl: wenn der Hausherr wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, er würde gewiß wachen, und nicht in sein Haus einbrechen lassen. 40So seyd demnach auch ihr bereit; denn der Sohn des Menschen wird zu einer Stunde kommen, wo ihr es nicht glaubet. 41Da sprach Petrus zu ihm: Herr! geht dies Gleichniß uns, oder Alle an? 42Der Herr sprach: Wer ist der treue und kluge Haushalter, den der Herr über seine Dienerschaft gesetzt, damit er ihr zur rechten Zeit ihren gemessenen Unterhalt gebe? 43Selig dieser Knecht, wenn der Herr bei seiner Ankunft findet, daß er seine Pflicht that! 44Fürwahr! ich sage euch: Er wird ihn über all sein Vermögen setzen. 45Würde aber dieser Knecht in seinem Herzen sagen: mein Herr zögert noch mit seiner Ankunft; und nun anfangen, Knechte und Mägde zu schlagen, zu essen, zu trinken und sich voll zu saufen; 46so wird der Herr dieses Knechtes an einem Tage kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht weiß, und ihn schrecklich strafen, und ihn gerade so behandeln, wie es die Treulosen verdienen. 47Der Knecht, der seines Herrn Willen weiß, und sich nicht dazu anschickt, noch seinen Willen befolgt, wird viele Streiche bekommen. 48Der ihn aber nicht weiß, und auch thut, was Schläge verdient, wird weniger Streiche erhalten. Denn wem Viel übergeben, bei dem wird auch Viel gesucht; und wem viel anvertrauet, von dem wird man auch desto mehr fordern. 49Um Feuer auf die Erde zu streuen, bin ich gekommen; und wie sehr wünsche ich, daß es brenne! 50Aber es steht mir eine Taufe bevor; und wie drängt's mich, bis sie vollbracht wird! 51Meinet ihr, ich sey gekommen, Frieden auf Erden zu bringen? Keineswegs, sage ich euch, sondern Trennung. 52Denn es werden von jetzt an wohl fünf in einem Hause wider einander seyn: drei wider zwei und zwei wider drei; 53der Vater wider den Sohn, und der Sohn wider seinen Vater; die Mutter wider die Tochter, und die Tochter wider die Mutter; die Schwiegermutter wider ihre Schwiegertochter, und die Schwiegertochter wider ihre Schwiegermutter. 54Darauf sprach er auch zu dem Volke: Wenn ihr etwa eine Wolke von Abend aufsteigen sehet, sogleich pfleget ihr zu sagen: Es kommt Regen; und es trifft ein. 55Wenn aber der Wind aus Süden wehet; so pfleget ihr zu sagen: Es wird heiß werden; und es trifft ein. 56Ihr Heuchler! wie es am Himmel und auf der Erde aussieht, wisset ihr wohl zu deuten; wie kommt es denn, daß ihr die gegenwärtigen Zeitumstände nicht deutet? 57Warum seyd ihr in Beziehung auf euch selbst nicht aufmerksam auf das, was sich gebührt? 58Wenn du mit deinem Gegner zur Obrigkeit gehst; so gib dir unterwegs noch Mühe, von ihm loszukommen, damit er dich nicht vor den Richter ziehe, der Richter dich dem Gerichtsdiener übergebe, und du von dem Gerichtsdiener in Verhaft gebracht werdest. 59Ich sage dir: Du wirst nicht von da loskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast.